15 Jahre LZR in Köln

Das Lerntherapeutische Zentrum Rechenschwäche/Dyskalkulie Köln (LZR) feiert im März 2012 sein 15-jähriges Jubiläum!

Im Frühjahr 1997 fing alles an.
Am Tag der Eröffnung, nach der Vorstellung im Kölner Stadt-Anzeiger vom 6. März 1997, und einem Besuch in der WDR-Sendung „Lokalzeit“, stand das Telefon nicht mehr still: Rechenschwäche. Dyskalkulie. Viele Anrufer erkannten sich zum ersten Mal mit ihrem Problem, berichteten uns von ihrer alltäglichen Not mit den Zahlen, missglückten Schullaufbahnen, gescheiterten Lebensentwürfen, Stigmatisierung und untauglichen Hilfsangeboten.

In den 1990er Jahren war Dyskalkulie auch im Rheinland ein noch unbekannter Begriff. „Was soll das sein, seit wann gibt es denn Rechenschwäche? Wer in Mathe schlecht ist, muss eben mehr üben. Wo das nicht nutzt, fehlt es sicher an Grundsätzlichem.“ Häusliche Dramen beim Rechnen waren an der Tagesordnung. Kindern, die Mathe gar nicht lernen konnten, wurde häufig der gute Wille abgesprochen, sie wurden mit Hobbyverbot und stundenlangem Üben traktiert.

Viele Jahre intensiver Aufklärungsarbeit, zahlreiche Veröffentlichungen, umfangreiche Berichterstattung in der regionalen Presse und den Hörfunk- und Fernsehprogrammen des WDR, Fortbildungs-Veranstaltungen und Studientage haben mittlerweile für ein breiteres Verständnis der bis dato unbekannten Situation rechenschwacher Menschen gesorgt und zu einem rationelleren Umgang mit ihren Schwierigkeiten und qualifizierter Diagnostik und Förderarbeit geführt.
Im Zusammenschluss mit anderen führenden Dyskalkulie-Zentren (www.arbeitskreis-lernforschung.de) wurden einheitliche Standards für Diagnostik und Therapie etabliert. Mathematische Einzeltherapien nach anerkannten förderdiagnostischen Prinzipien, Beratung und Anleitung der Eltern, Mitwirkung der Lehrer und Fortbildungsangebote sind inzwischen unverzichtbare begleitende Maßnahmen jeder guten Lerntherapie.

Heute, 15 Jahre später,
werden in Köln und den Außenstellen in Eschweiler und Rondorf jede Woche 120 Kinder und Jugendliche vom interdisziplinären Therapeutenteam des LZR betreut. Als erfahrenste therapeutische Praxis im Rheinland fungiert das LZR als Anlaufstelle in allen Fragen des mathematischen Lernversagens und stellt durch tägliche Telefonberatung die Betreuung von Eltern, Betroffenen und anderen Interessierten sicher. Seit Bestehen wurden rund 1.600 Förderdiagnosen und über 1.000 mathematische Einzeltherapien durchgeführt.

Wir erleben in unserer Arbeit täglich mit Freude, dass Rechenschwäche kein Schicksal sein muss. Viele unserer ehemaligen „Therapiekinder“, die sich selbst für „unfähig“ hielten und notenmäßig auf keinen grünen Zweig kamen, haben heute ein entspanntes, sachgerechtes Verhältnis zur Mathematik.

Allerdings bleibt noch einiges zu tun. Die Grundschulen sind bis zum heutigen Tag für den Umgang mit der Früherkennung von Rechenschwäche viel zu wenig gerüstet. Warum müssen sich Schüler erst am Ende der Grundschulzeit einer aufwändigen Therapie unterziehen, wenn man ihre Schwierigkeiten schon am Ende der ersten Klasse entdeckt haben könnte? Warum muss unendlich viel Zeit mit Ärger und Verdruss, Leid und sinnlosem Pauken in den Familien vergeudet werden, bevor eine qualitativ begründete Förderung die Dinge richtet?

Köln, im März 2012

Fortbildungen und Informationsangebote


Kostenlose Offene Informationsabende im LZR vermitteln grundlegendes Wissen über Rechenschwäche für Eltern und Lehrkräfte:

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